Stefanie Sailer
Leistungssachbearbeiterin im Jobcenter München
bei Landeshauptstadt München
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Verwaltungsfachbeamter*in
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Stadt
München
Karriere Level
Angestellter*e
Im Jobcenter München wurde Stefanie Sailer interkulturell geschult, “wie die Gebräuche in anderen Ländern sind, dass ich weiß, wie ich den Leuten gegenübertreten muss, dass sie sich nicht angegriffen oder respektlos behandelt fühlen.” Die unterschiedlichen Menschen, mit denen sie als Leistungssachbearbeiterin zu tun hat, sind auch das Coolste an ihrem Job. Worin dieser besteht? “Ich setze Hartz IV, im Umgangssprachlichen, fest.”

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich ... Mach dir nicht zu viele Sorgen, es kommt sowieso anders, wie man denkt. Die Stadt München ist ein toller Arbeitgeber und hör nicht so viel auf die anderen Kollegen, weil mir wurde zum Beispiel geraten während des Studiums, die AGODA, das jetzige Jobcenter ADA, lass dich da bloß nie hinversetzen. Da sind ganz schlimme Kunden, da ist viel zu viel Arbeit, schau, dass du da bloß nicht landest. Und ich habe mich im Endeffekt freiwillig dafür entschieden und habe es keinen Tag bereut.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Was steht auf deiner Visitenkarte? Mein Name ist Stefanie Sailer und ich bin Leistungssachbearbeiterin im SGB2, im Jobcenter München.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Was ist das coolste an deinem Job? Das Coolste an meinem Job ist definitiv, dass man mit so vielen Menschen in Berührung kommt, nicht nur eindimensionale Menschen, sondern aus vielen verschiedenen Kulturen. Man muss sich immer wieder neu einstellen. Wir wurden auch im Bereich des Jobcenters interkulturell geschult, ich habe sehr viel mitbekommen, wie in anderen Ländern Gebräuche sind, dass ich weiß, wie ich den Leuten gegenüber auftreten muss, dass sie sich nicht angegriffen oder respektlos behandelt fühlen. Das macht mir Spaß, mich immer wieder neu darauf einzustellen, was eben meine Arbeit nie langweilig macht.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich? Ich würde als einzige Einschränkung sagen, dass man sehr flexibel sein muss, weil meine Kunden vielleicht nicht immer die zuverlässigsten sind und auch zu ungewöhnlichen, sag ich mal, Dienstzeiten aufschlagen und mit mir ein Gespräch suchen möchten und vielleicht in dem Gebiet, in dem ich arbeite, für das ich zuständig bin, das ist speziell Passing, ist vielleicht das private Bewegen nicht mehr ganz so einfach möglich, weil die Leute nicht verstehen, dass man auch Mal Feierabend hat und einen auch auf der Straße ansprechen und sagen ‚Ich hab noch eine Frage, können Sie mir da kurz weiterhelfen!‘ Das ist manchmal vielleicht ein bisschen anstrengend, aber wenn man da bestimmt auftritt, ist es auch kein Problem.

Worum geht es in Deinem Job?

Worum geht's in deinem Job? Die Stadt München ist eine der größten Verwaltungen in Deutschland, würde ich sagen, und ist ein sehr sozialer Arbeitgeber. Also, ich bin in der Leistungssachbearbeitung, im SBG2. SBG2 bedeutet, ich setzte Hartz IV im Umgangssprachlichen fest. Wir fangen an mit Leistungsberechnung, wir setzen die Höhe fest, wir prüfen weitere Ansprüche, was alles angerechnet werden kann. Das ist sehr vielschichtig und es spielen viele andere Rechtsgebiete mit hinein und man muss immer individuell auf den speziellen Fall, auf den speziellen Kunden, die Problemlagen eingehen und schauen, dass man die bestmöglich unterstützt und natürlich richtig berechnet und den Anspruch festsetzt. Mein ganz normaler Tag sieht so aus: Ich fang sehr früh zu arbeiten an, komm in die Arbeit und sichte erst Mal die Post, die vom Vortag oder von dem Tag eben schon da ist. Wenn ich noch Zeit vor meinem ersten Kundentermin habe, gehe ich die Post durch, zieh mir die Akte zu dem jeweiligen Fall, zu dem Kunden und beantworte sein Anliegen, oder überprüfe worum er mich gebeten hat. Vormittags sind meistens viele Termine mit Kunden, nachmittags habe ich persönlich viel Telefon Sprechzeiten, die Kunden können eben anrufen. Vormittags funktioniert das auch, aber eben nur, wenn keine persönlichen Gespräche stattfinden. Den Nachmittag nutze ich dann auch noch dafür, Teams zu bilden mit anderen Fachlichkeiten, dass man eben die Kunden besser unterstützen kann, wenn es eben Probleme gibt wie Drogen, oder mit Kindern Probleme, dass man Erziehungshilfe einschalten kann, oder wir haben auch einen Hausbesuchsdienst, der dorthin fahren kann und schauen kann, ob die Angaben, die dort gemacht wurden alle so stimmen. Mit denen sich abzustimmen und zusammenzuarbeiten, mit der Arbeitsvermittlung zusammenzuarbeiten – dafür nutze ich die Nachmittage.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Wie schaut dein Werdegang aus? Ich habe Abitur gemacht 2006, bin danach zur Stadt gegangen und habe das duale Studium zur Diplomverwaltungswirtin in Hof gemacht und danach ist man eben Diplomverwaltungswirtin und man konnte dann mitsprechen, wo man eben eingesetzt werden möchte in der Stadtverwaltung und ich habe mich damals freiwillig noch für die ARGA, hieß es damals, entschieden. Das wurde dann eben umorganisiert und jetzt ist es das Jobcenter. Das Studium hat angefangen am ersten zehnten 2007 und wir sind Ende Juni 2010 fertig geworden, also mein Jahrgang und dann bin ich gleich, hab also mein letztes Praktikum von dem Studium noch im Jobcenter absolviert, und seitdem, also seit gut drei Jahren, sitze ich jetzt hier an meinem Platz und arbeite in der Leistung.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Ginge es auch ohne deinen Werdegang? Um Beamtin bei der Stadt zu werden im gehobenen Dienst, muss man das duale Studium eben machen in Hof. Es wäre aber auch möglich, wenn ich zum Beispiel Jura studiert hätte, in dem Bereich zu arbeiten, in dem ich jetzt arbeite, weil es sich eben um eine Kooperation zwischen der Bundesagentur und der Stadt handelt. Wir haben auch Amtshilfekräfte und Leute, die bei der Bundesagentur studiert haben. Wichtig ist einfach, dass man glaub ich, dass man ein gewisses Maß an Durchsetzungskraft mitbringt, offen gegenüber neuen Kulturen ist und nicht davor zurückschreckt, mit schwierigem Klientel zu arbeiten.

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